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Neues Jahr, neue Regeln

Das ändert sich 2019

Wie in jedem Jahr so bringt auch diesmal der Jahreswechsel zahlreiche wichtige Veränderungen für ihre privaten Finanzen mit sich. Neue Gesetze und Bestimmungen treten in Kraft. Wir haben für Sie einige der wichtigsten Veränderungen übersichtlich zusammengestellt. Die Übersicht ist nicht abschließend und ersetzt keine professionelle Beratung. Daher sollten Sie stets – je nach Anliegen – Ihre Bank, Ihr Finanzamt oder Ihren Steuerberater, den zuständigen Sozialversicherungsträger oder einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

Fonds: Die „Vorabpauschale“ kommt

Eine der wichtigsten steuerlichen Neuregelung für Fondsanleger der letzten Zeit greift ab Jahresanfang 2019: Dann werden erstmalig Steuerzahlungen fällig, die mit Hilfe der sogenannten Vorabpauschale berechnet werden. Betroffen sind Fonds, die Erträge gar nicht oder nur zum Teil ausschütten. Rein wirtschaftlich werden mit dieser Steuerart also zukünftige Wertsteigerungen solcher Fonds besteuert. Beim Verkauf der Fondsanteile erfolgt dann ein Abzug der Vorabpauschale von dem tatsächlich erzielten Verkaufsgewinn – so wird eine Doppelbesteuerung vermieden. Durch diese Vorgehensweise verteilen sich Steuerbelastungen für den Anleger auf die Haltezeit der Fonds.

Wichtig: Die Vorabpauschale bildet nur die Berechnungsgrundlage für den tatsächlichen Steuerbetrag, den der Anleger zu zahlen hat. Der Steuerabzug erfolgt dann durch das depotführende Institut. Für Anleger besteht damit Handlungsbedarf: Bei der Steuer greift der übliche Freibetrag von 801 Euro bzw. 1.602 Euro, sodass Geldanleger sicherstellen sollten, einen entsprechenden Antrag beim kontoführenden Finanzdienstleister gestellt zu haben. Zu viel gezahlte Steuern, zum Beispiel weil kein Freistellungsauftrag vorgelegen hat, obwohl die Freibeträge nicht überschritten werden, können im Anschluss über die Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Nachteil: Bis zur Erstattung der zu viel gezahlten Steuern dauert es.

Eine Ausnahme bilden übrigens Riester- und Rürup-Verträge: Hier wird erst in der Auszahlungsphase besteuert.

Weitere Informationen zur Vorabpauschale finden Sie im Internet unter www.bvi.de

Sozialversicherungen

Das neue Jahr wird einige Änderungen bei den diversen Sozialversicherungen mit sich bringen. So sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um einen halben Prozentpunkt auf 2,5 Prozent – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bedeutet dies jeweils 0,25 Prozent Prozentpunkte Entlastung. Für Arbeitnehmer kommt eine weitere Entlastung hinzu, denn der Krankenversicherungsbeitrag wird wieder zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert. Letztere mussten bisher den Zusatzbeitrag allein aufbringen. Den Entlastungen steht ein um 0,5 Prozentpunkte angehobener Beitrag für die Pflegeversicherung entgegen.

Wer selbständig ist und nur ein geringes Einkommen erzielt, für den sinkt der Beitrag zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung deutlich. Begünstigt sind aufgrund einer geringeren Bemessungsgrenze solche Personen, die unter der bisherigen Mindestbeitragsbemessungsgrenze von monatlich 2.284 Euro liegen; diese ist halbiert. Inklusive Pflegeversicherung werden damit durchschnittlich nur noch 171 Euro pro Monat fällig statt bisher 423 Euro.

Kindergeld und Freibetrag

Zum 1. Juli des kommenden Jahres wird sich der Kindergeldbetrag erhöhen. Je Kind werden 10 Euro mehr ausgezahlt als zuvor. Der Betrag für die ersten beiden Kinder erhöht sich damit auf jeweils 204 Euro, 210 Euro gibt es für das dritte und 235 Euro für jedes weitere Kind. Darüber hinaus steigt zum 1. Januar der steuerliche Kinderfreibetrag auf 2.490 Euro je Elternteil. Inklusive Betreuungsfreibetrag kommt eine Summe von 7.620 Euro für beide Elternteile zusammen.

Angehoben wird zudem der Grundfreibetrag, der ab 2019 bei 9.168 Euro liegen wird und der für jeden Steuerpflichtigen steuerfrei bleibt. Bisher belief sich der Freibetrag auf 9.000 Euro.

Betriebliche Altersvorsorge

Arbeitgeber konnten Sozialversicherungsbeiträge sparen, wenn ihre Arbeitnehmer die betriebliche Altersvorsorge nutzten. Ab 2019 werden Zuschüsse, die viele Betriebe schon jetzt freiwillig zahlen, zur Pflicht. Der Pflichtzuschuss beträgt 15 Prozent des Geldbetrags, den ein Arbeitnehmer durch die Umwandlung seines Gehalts in der betrieblichen Altersvorsorge anspart. So wird zum Beispiel ein Betrag von 100 Euro durch den Zuschuss auf 115 Euro aufgestockt.

Dienstfahrzeuge

Wer ein Dienstfahrzeug auch privat nutzt, muss eigentlich 1,0 Prozent pro Monat des Listenpreises zzgl. der Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (0,03% des Listenpreises x Entfernungskilometer) als geldwerten Vorteil versteuern. Mit dem neuen Jahr gibt es eine Änderung in der Regelung, von der aber ausschließlich Elektroautos und Hybridfahrzeuge betroffen sind, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast werden. Bei diesen halbiert sich gesetzestechnisch die steuerliche Bemessungsgrundlage. Bei Hypridfahrzeugen gilt es weitere Voraussetzungen zu beachten: maximale Kohlendioxidemission von 50 Gramm je gefahrenen Kilometer oder Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine bei mindestens 40 Kilometern.

Midijobs

Ab dem 1. Juli 2019 steigt der Betrag, den Midijobber verdienen dürfen und bei dem sie trotzdem nur reduzierte Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Bisher lag die Grenze bei 850 Euro, nun werden es 1.300 Euro. Trotz der reduzierten Beiträge erwirbt man volle Rentenansprüche. Von den Neuerungen sollen laut dem zuständigen Ministerium etwa 3,5 Millionen Personen profitieren.

Telefonate in der EU

Nach dem Wegfall der Roamingkosten kommen 2019 weitere Kostenentlastungen bei internationalen Telefonaten in der EU. Es gelten neue Preisobergrenzen: Ab Mai des kommenden Jahres sollen Telefonate aus dem eigenen Land ins EU-Ausland nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten. Die Gebühren für die SMS werden bei 6 Cent gedeckelt.


Die Aufzählung ist nicht vollständig und ersetzt keine professionelle Beratung zum Beispiel bei Ihrer Bank in Finanzangelegenheiten. Bei Fragen können Sie zudem Ihr Finanzamt oder Ihren Steuerberater, den zuständigen Sozialversicherungsträger oder einen Rechtsanwalt konsultieren.

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Alles auf einen Blick

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