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Nachhaltig und für einen guten Zweck

SÜDWESTBANK sammelt alte Handys

Anfang 2018 hat sich die SÜDWESTBANK erstmalig an einer Handy-Sammelaktion beteiligt. Alle Mitarbeiter und Kunden konnten ausgediente Mobiltelefone in Sammelboxen abgeben und damit einen Beitrag für die Umwelt leisten. Insgesamt wurden 200 Mobilfunkgeräte fachgerecht recycelt oder vollständig datengelöscht und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Richtlinien einer Weiterverwendung zugeführt. Die Erlöse aus Recycling und Weiterverkauf gehen an drei gemeinnützige Organisationen.

24,1 Millionen Handys wurden in Deutschland im Jahr 2017 laut Statista neu gekauft. Jedes dieser Telefone wird im Durchschnitt allerdings nur 18 Monate genutzt. So entstehen rund 5.000 Tonnen Elektroschrott im Jahr. Schätzungen zufolge liegen deutschlandweit über 100 Millionen ungenutzte Handys herum, aus denen sich wertvolle Rohstoffe gewinnen ließen – beispielsweise mehr als zwei Tonnen Gold. Um die alten Mobiltelefone wieder in den Kreislauf zurückzuführen, beteiligt sich die SÜDWESTBANK an der Handy-Aktion Baden-Württemberg, einer landesweiten Initiative vieler Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft, der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg und der Deutschen Telekom Technik GmbH. Schirmherr der Aktion ist Umweltminister Franz Untersteller.

„Wir haben uns sofort entschieden, bei dieser Aktion mitzumachen“, erklärt Michael Hofsäß, Marktbereichsleiter Mittlerer Neckar und Filialleiter der Stuttgarter SÜDWESTBANK. „Schließlich ist Nachhaltigkeit bei der SÜDWESTBANK Bestandteil der Tradition. Unser Haus wurde vor über 95 Jahren als landwirtschaftliches Spezialinstitut gegründet“. So wisse die Bank um die Wichtigkeit des bewussten Umgangs mit Ressourcen und dem Klimawandel ebenso wie der Verantwortung für kommende Generationen.

FAQ

Warum ist die SÜDWESTBANK-Handy-Sammelaktion sinnvoll?

Smartphone & Co. gehören heute zu unserem Alltag. Doch die Geräte, die für viele mittlerweile unverzichtbar erscheinen, haben eine dunkle Kehrseite. Um die Rohstoffe, die in ihnen stecken, wird vielerorts erbittert gekämpft. Unter der Gewalt leidet besonders die Zivilgesellschaft: Der Abbau der Rohstoffe geht in vielen Ländern auf Kosten von Mensch und Umwelt. Und die schlechten Arbeitsbedingungen bei den Geräteherstellern sorgen immer wieder für Schlagzeilen.

Dazu kommt die kurze Halbwertszeit der Produkte. Im Durchschnitt wird ein Mobiltelefon nur 18 Monate genutzt. Danach landet es meist in der Schublade. Allein in Deutschland liegen über 100 Millionen Mobiltelefone ungenutzt herum und mit ihnen 876 Tonnen Kupfer, 382 Tonnen Kobalt, 26 Tonnen Silber, 2,4 Tonnen Gold und 0,8 Tonnen Palladium. Wertvolle Rohstoffe also, die durch Recycling zurück in den Produktionskreislauf gelangen könnten.

Aber auch bei der Entsorgung ist nicht alles Gold, was glänzt. Trotz Exportverbot gelangen immer noch viele Geräte auf illegalen Wegen nach Afrika oder Asien, wo der Elektroschrott unter fragwürdigen Bedingungen recycelt wird.

Daher ist es heute wichtiger denn je, vor allem Handys und Smartphones als wichtige Rohstoffquelle für weitere Elektrogeräte oder Smartphones anzusehen und sie somit sicher zu recyclen.

Altgeräte sind viel zu wertvoll für Ihren Hausmüll!

Das Leben eines Smartphones

Die Rohstoffgewinnung

Handy-Sammel-Aktion

Bedingungen bei der Rohstoffgewinnung am Beispiel Coltan im Kongo:

  • ­­­­ 80% der weltweiten Ressourcen liegen im Kongo
  • Verwendung: Handy-Kondensatoren, Laptops, Playstation, Raketen, Produkte der Raumfahrtindustrie...
  • In Ost-Kongo herrscht seit Jahren ein Kampf um die wertvollen Bodenschätze
  • Keine staatliche Kontrolle über Abbau und Verkauf der seltenen Erze
  • Männer, Frauen und Kinder arbeiten in den Minen teilweise unter unmenschlichen Bedingungen (Unfälle, Folter, willkürliche Verhaftungen, Mord)
  • Abbau und Handel mit Coltan unterstützt dort die Finanzierung von Waffen, die Machtsicherung und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung
  • Hunderttausende Menschen verdienen sich im Kongo ihren Lebensunterhalt durch den Klein-Bergbau

Die Herstellung

  • Im Jahr 2015 wurden in China über 2 Milliarden Handys und Smartphones produziert
  • In den Fertigungs- und Zulieferfirmen sind vor allem junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren beschäftigt (Schüler/innen und Wanderarbeiter/innen)
  • Bei dem Kontrakt-Fertiger Foxconn arbeiten über 1,3 Million Menschen für minimale Löhne und unter menschenunwürdigen Bedingungen
  • 12-Stunden-Schichten, 6 bis 7 Tage die Woche, Bruch der chinesischen Gesetze, arbeiten ohne Pausen – dafür unbezahlte Überstunden, kaum gesicherter Lebensunterhalt, verspätete Auszahlung der Gehälter, untragbare Zustände in den firmeneigenen Wohnungen, Demütigungen durch die Vorarbeiter, Rückenbeschwerden durch zu lange Bandarbeit, Vergiftungen/Krebs durch Chemikalien
  • Im Herbst 2013 gab es aufgrund der Zustände in Fertiger- und Zulieferfirmen von Apple, Samsung, Sony, Acer u. a.  zu zahlreichen Selbstmorden bei jungen Menschen

­­Quelle: MakeITfair: SOMO (Zentrum für Recherche zu Multinationalen Unternehmen) und Make IT Fair, Germanwatch, Spiegel 31/2013

Die Nutzung

42% der Nutzer in Deutschland tauschen ihr Mobiltelefon innerhalb von zwei Jahren, 16% alle drei Jahre*
Quelle: *Stiftung Warentest, Befragung 2014

Die Entsorgung

In Computern, Handys und anderen elektronischen Geräten stecken hunderte verschiedene Bauteile – und damit auch jede Menge giftige Chemikalien. 100.000 Tonnen Elektroschrott werden jedes Jahr aus Deutschland in andere Länder verschoben. Ein Großteil landet in Ghana, wo Kinder den Müll nach Wertstoffen durchsuchen. Von den Giftstoffen, die darin enthalten sind, werden sie krank. Eine ärztliche Behandlung können sie sich aber nicht leisten. Entsprechend niedrig ist ihre Lebenserwartung.

In Deutschland werden 25 Millionen neue Handys pro Jahr verkauft. Fast 50% davon werden nach ihrer Nutzung in Schubladen lande. Viele Menschen bewahren sogar vier oder mehr ungenutzte Mobiltelefone zu Hause auf.

  • Wie viele Handys liegen bei Ihnen in den Schubladen?

Die Initiatoren

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg (www.handy-aktion.de) ist eine landesweite Initiative vieler Organisationen aus Kirche und Zivilgesellschaft, der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg sowie der Deutschen Telekom Technik GmbH. Mit Umweltminister Franz Untersteller MdL als Schirmherr setzt die Handy-Aktion Baden-Württemberg ein wichtiges Zeichen für einen nachhaltigen Konsum.

Die Handy-Aktion Baden-Württemberg informiert über die sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen des weltweiten Smartphone-Booms. Zusätzlich werden alte Mobiltelefone gesammelt und einem geordneten Recycling zugeführt. Der Erlös fließt in nachhaltige Bildungs- und Gesundheitsprojekte in Afrika.

Was passiert mit den gesammelten Handys?

Alle gesammelten Handys werden über das Handysammelcenter der Telekom Deutschland, das die Firma Teqcycle betreibt, an das Telekom Recycling Center gesandt. Dort wird jedes Gerät elektronisch erfasst und in einer Datenbank bewertet, ob es sich dem Recycling oder einer Weiternutzung zuführen lässt. Aus der öffentlichen Sammlung sind meist weniger als 10 Prozent der gesammelten Geräte voll funktionsfähig und eignen sich zur weiteren Verwendung. Die restlichen rund 90% der gesammelten Handys werden recycelt.

Was und wo wird recycelt?

Ein Handy besteht aus mehr als 60 Stoffen, darunter 30 Metalle. Zurzeit werden beim Handy fünf Edelmetalle zurückgewonnen: Gold, Silber, Palladium, Platin und Kupfer. 

Der Recyclingprozess findet bei dem zertifizierten Recyclingunternehmen Electrocycling in Deutschland statt. Die Metalle werden in einer der drei geeigneten Metallhütten in Europa eingeschmolzen.

Was passiert mit den Daten bei einer Weiternutzung?

Aus der Perspektive der Nachhaltigkeit ist es sinnvoll, gebrauchte Handys und Smartphones möglichst lange zu verwenden. Vor einer Weiternutzung löschen zertifizierte Fachunternehmen in Deutschland von den Handys und Smartphones alle Daten der vorherigen Nutzer sorgfältig und nach dem höchsten Standard. Danach werden die Geräte in Europa und Asien nach den strengen Richtlinien von Teqcycle verkauft und weitergenutzt.

Wichtig ist, dass nur voll funktionsfähige und komplett datengelöschte Handys weiterverkauft werden und dass vor dem Einwerfen von gebrauchten Handys in eine Sammelbox die SIM-und Speicherkarten entnommen werden. Die Kosten für eine professionelle Datenlöschung und das Reparieren von gebrauchten Handys sind relativ hoch, daher eignen sich nur hochwertige Geräte, die noch einen echten Nutzwert haben, für den Weiterverkauf. Wer sein Gerät selbst z.B. über ein Onlineverkaufsportal verkauft, sollte nachfragen, ob die persönlichen Daten auch sicher gelöscht werden.

Die Telekom Deutschland hält im gesamten Prozess der Handy-Rücknahme hohe Sicherheitsstandards im Datenschutz ein. Sowohl bei Sammlung und Transport, als auch bei der sorgfältigen Löschung der Daten auf den gebrauchten Handys durch ein zertifiziertes Fachunternehmen in Deutschland setzt die Telekom auf sichere Lösungen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Der gesamte Rückholprozess inklusive Datenlöschung, der von dem Unternehmen Teqcycle GmbH im Auftrag der Telekom Deutschland durchgeführt wird, wurde von der DEKRA zertifiziert.

Was soll ich mit Akku und Ladegerät machen?

  • ­­­­Der Akku soll in dem gebrauchten Handy bleiben, auch wenn er nicht mehr funktioniert. Bitte keine losen Akkus beilegen, da die Reibung der Kontakte zu einer Explosion führen kann.
  • Das Ladegerät und andere Zubehörteile wie Kopfhörer etc. können auch in die Sammelbox geworfen werden. Diese werden nach der Rücknahme überprüft und eventuell weiterverwendet.

Wer bekommt das Geld für diese weiterverkauften Geräte?

Die Erlöse aus dem Recycling und dem Weiterverkauf der Geräte gehen an die Telekom Deutschland, die daran aber nichts verdient. Seit dem Jahr 2003 spendet die Telekom Deutschland diese Erlöse an die Deutsche Umwelthilfe e.V. Durch die Spenden konnten in den letzten Jahren über 770 Umwelt- und Naturschutzprojekte unterstützt werden.

Seit 2016 ist die Handy-Aktion Premiumpartner der Telekom. Aus den Erlösen erhalten wir zurzeit 0,70 Cent pro Handy. Das kommt den folgenden drei Umwelt- und Bildungsprojekten zugute:

1. EJW-Weltdienst – Zukunftschancen durch Ausbildung

Junge Menschen aus benachteiligten Familien in Äthiopien brauchen eine Perspektive für ihre Zukunft. Mit einer qualifizierten Ausbildung legen sie die Grundlage dafür, später auch einen Arbeitsplatz zu bekommen oder sich selbstständig machen zu können. Der YMCA Äthiopien kümmert sich vorbildlich um diese jungen Leute. In der Metallwerkstatt in Addis Abeba lernen junge Männer und Frauen die Grundkenntnisse der Metallbearbeitung. An anderen Orten gibt es Ausbildungsplätze im Schneiderhandwerk, für PC-Kräfte, für die Fahrradreparatur, in der Hauswirtschaft und für das Sekretariat. Der EJW-Weltdienst, ein Arbeitsbereich des Evangelischen Jugendwerks in
Württemberg, pflegt eine enge Partnerschaft mit dem YMCA Äthiopien und finanziert diese Projekte.

2. Aktion Hoffnung – Anpassung an den Klimawandel

Im Osten Ugandas leben die Menschen in einem Trockengürtel, der infolge des Klimawandels von immer längeren Dürreperioden betroffen ist. Die Aktion Hoffnung fördert die Anschaffung von Energiesparöfen und Wassertanks sowie den Anbau von angepasstem Saatgut. Damit wird über 30.000 Menschen ermöglicht, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Durch Schulungen und die Vergabe von Kleinkrediten zur Finanzierung von landwirtschaftlichem Gerät können sie zudem gezielt die bisher einfachen Anbaumethoden verbessern. Viele Familien können sich dadurch besser selbst versorgen und ein größeres Einkommen erwirtschaften. So erhalten sie Möglichkeiten, um mehr in die Bildung und die Gesundheit ihrer Familien zu investieren. Die Aktion Hoffnung verbessert den Lebensstandard der Menschen und ihre Perspektive gemeinsam mit den Betroffenen.

3. Difäm/Brot für die Welt – Gemeinsam für Gesundheit

Durch die anhaltenden Konflikte im Ostkongo sind viele Menschen traumatisiert. Vor allem Kinder sind mangelernährt und leiden unter armutsbedingten Krankheiten. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Gesundheitseinrichtungen zerstört, kaum erreichbar und schlecht mit Medikamenten und medizinischem Material ausgestattet sind. Einheimische Ärzte, Hebammen und das Pflegepersonal verlassen das Land aufgrund der schwierigen Arbeitsbedingungen. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e. V. (Difäm) unterstützt deshalb die medizinische Arbeit lokaler Partner im Kongo und fördert die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch Aus- und Weiterbildung von Fachkräften, Aufbau und Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen, Medikamentenversorgung und Aufklärung. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit Brot für die Welt gefördert.

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